Warren Buffett schlägt wieder zu – oder besser gesagt: Er zieht sich drastisch zurück! Die Investmentlegende sitzt bei Berkshire Hathaway aktuell auf einem historischen Rekord-Cashberg von über 325 Milliarden US-Dollar, nachdem in den letzten Wochen massiv Apple- und Bank of America-Aktien abgestoßen wurden. Was bedeutet dieses beispiellose Horten von Bargeld für den Gesamtmarkt und vor allem für die Aktionäre von Berkshire?
DIE AKTUELLE LAGE
Die jüngsten Zahlen und SEC-Filings sprechen eine klare Sprache und dominieren die Finanznachrichten der letzten 72 Stunden. Berkshire Hathaway hat die Wall Street mit der Meldung in Atem gehalten, dass die Barreserven im letzten Quartal auf sagenhafte 325,2 Milliarden US-Dollar angewachsen sind. Gleichzeitig verzichtete das Orakel von Omaha erstmals seit 2018 vollständig auf Aktienrückkäufe. Das ist ein lautes Signal: Buffett erachtet aktuell nicht nur den Gesamtmarkt, sondern auch die eigenen Papiere als zu teuer.
Fundamental notiert die Aktie bei einem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von etwa 1,6. Das ist historisch gesehen sehr ambitioniert, da Berkshire in der Vergangenheit meist zwischen einem KBV von 1,2 und 1,4 gehandelt wurde. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bezogen auf die operativen Gewinne liegt bei rund 21. Charttechnisch konsolidiert die B-Aktie (BRK.B) derzeit nahe ihres Allzeithochs knapp unterhalb der markanten Widerstandszone von 470 US-Dollar. Der RSI (Relative-Stärke-Index) pendelt im völlig neutralen Bereich bei etwa 52, was zeigt, dass die Aktie nach der starken Jahresperformance erst einmal durchatmet. Eine starke Unterstützung findet sich beim 50-Tage-Durchschnitt im Bereich von 445 US-Dollar.
Die Tonalität der Top-10-Nachrichten ist derzeit gemischt: Einerseits bullish wegen der starken operativen Ergebnisse der Versicherungstochter GEICO, andererseits neutral bis bearish, da Buffetts Verkäufe von Leitwölfen wie Apple als makroökonomisches Warnsignal für eine nahende Rezession oder Marktkorrektur interpretiert werden.
BULL-CASE VS. BEAR-CASE
- Warum der Kurs explodieren könnte (Bull-Case):
- Die ultimative Kriegskasse: Mit über 325 Milliarden Dollar in Cash und kurzfristigen Staatsanleihen streicht Berkshire aktuell gigantische, risikofreie Zinserträge ein. Sollte der Markt crashen, ist niemand besser positioniert, um auf große Schnäppchenjagd (Elefantenjagd) zu gehen.
- Versicherungsgeschäft boomt: GEICO und das Rückversicherungsgeschäft weisen nach harten Vorjahren dank massiver Prämienerhöhungen und geringerer Schadensquoten exzellente operative Margen auf.
- Warum ein Absturz droht (Bear-Case):
- Historisch hohe Bewertung: Ein KBV von 1,6 lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen. Der Stopp der Aktienrückkäufe nimmt dem Kurs zudem einen wichtigen, beständigen Käufer vom Markt.
- Makroökonomischer Gegenwind: Das Eisenbahngeschäft (BNSF) und Teile des Energie- und Industriesektors von Berkshire schwächeln, da das Konsumumfeld abkühlt und die Frachtvolumina stagnieren.
KURZFRIST-PROGNOSE (1-4 WOCHEN)
Kurzfristig erwarte ich bei Berkshire Hathaway eine Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau (Range zwischen 445 und 470 US-Dollar). Das Momentum ist durch den Stopp der Aktienrückkäufe merklich abgekühlt, da der wichtigste interne Kurstreiber aktuell fehlt. Gleichzeitig ist die Aktie als defensiver Basiswert viel zu stark, um in einem intakten Marktumfeld massiv abzuverkaufen. Erst wenn der Widerstand bei 470 US-Dollar mit hohem Volumen durchbrochen wird, entsteht ein neues Kaufsignal. Fällt der Kurs unter 445 US-Dollar, droht ein kurzer Rücksetzer in Richtung der 200-Tage-Linie bei ca. 420 US-Dollar.
Risikoeinschätzung meiner Prognose: 2 (Auf einer Skala von 1 bis 5. Das Risiko, hier komplett falsch zu liegen, ist sehr gering, da Berkshire als massiver Tanker extrem geringe Volatilität aufweist und charttechnisch nach unten gut abgesichert ist).
FAZIT FÜR ANLEGER
Berkshire Hathaway bleibt das ultimative Basisinvestment für unruhige Zeiten, ist aber aktuell kein klassisches Schnäppchen mehr. Dass Warren Buffett lieber Milliarden in kurzfristigen Staatsanleihen parkt, anstatt eigene Aktien zu kaufen, sollte uns zu denken geben. Was denkt ihr? Ist der riesige Cashberg ein geniales Sicherheitsnetz oder verschenktes Potenzial? Kaufen, halten oder Finger weg? Schreibt es unten in die Kommentare!
*Disclaimer: Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Aktieninvestments bergen hohe Risiken. Recherchiere immer selbst, bevor du investierst.*

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